Badische
Neuste Nachrichten vom 22.09.2003:
Kommunikation und Ernährung Renner beim Regionaltag
Wenn Daten weltweit auf „Internet-Wolken“ schweben
Mit Karlsruher Mausklick australisches Kraftwerk fernbedient
– Von unserem Mitarbeiter Bernhard Wagner –
„Da wird sich der Kunsthistoriker freuen und sagen: Was für
ein Bild.“ – Eine Aussage von Fotograf Christian Bleckmann,
zuständig für elektronische Bildbearbeitung im Landesmedienzentrum
(LMZ). Denn er hantierte beim gestrigen Regionaltag im LMZ mit Lasso,
Zauberstab und Radiergummi – elektronisch versteht sich -, um ein
historisches Bild wieder aufzupeppen. Sinn und Zweck des Ganzen ist keine
Spielerei, wie Christoph Kalisch, wissenschaftlicher Dokumentar für
das Fotoarchiv, betont. „Bei der digitalen Bildbearbeitung geht
es darum, problematische Vorlagen zu einem verwendbaren Bild als Druckvorlage
und bei entsprechender Anpassung als multimediale Vorlage einzusetzen“,
sagte Kalisch.
Der Regionaltag wurde gestern zum ersten Mal veranstaltet. Einblicke in
ihre Arbeit gaben über 60 Firmen und Forschungseinrichtungen. Zwei
Themen, die beim Publikum besonders gut ankamen, waren Kommunikation und
Ernährung. Die Aktionen fanden unter dem Motto „Ideenreich“
statt, um die Vielfalt der Technologieregion zu dokumentieren. (Siehe
auch Südwestecho).
Eine reale Szene: Sie sitzen mit dem Laptop in irgendeiner Flughafen-Lounge
und sollen noch einen kurzen Bericht an den Chef absetzen. Bisher war
das per Funk nicht ohne weiteres möglich. Doch seit geraumer Zeit
lässt die adisoft AG – eine Karlsruher Firma für mobile
Datenkommunikation – ihre Kunden quasi auf einer „drahtlosen
Internet-Wolke“ schweben. Zusammen mit dem Partner Artem wurde das
Produkt präsentiert. „Wir bieten den Menschen Zugang zu allen
Informationen, egal wo sie sich auch gerade aufhalten“, sagte Vorstandsvorsitzender
Johannes Georg Voll von adisoft. Dank einer komfortablen Bedienoberfläche
lassen sich per Funknetz alle Dienste mit einem Mausklick weltweit nutzen.
„Ich sehe Sie in der Webkamera. Schöne Grüße aus
Karlsruhe.“ Simon Chu im „Expertenzentrum für ferngesteuerten
Eingriff“ (Remote Expert Center) der Siemens AG in Karlsruhe lächelt,
als er dies anlässlich einer Liveschaltung sagt. Gedacht waren die
High-Tech-Grüße für seinen Kollegen Steve Brand in einem
Kraftwerk im fernen Australien. Die Demonstration sollte zeigen, dass
rund um die Uhr für alle Servicefälle in den weltweit über
2200 von Siemens installierten Kraftwerken eingegriffen werden kann. „Mit
unserem Hauptzentrum in Karlsruhe lassen sich alle möglichen Störfälle
in der Elektronik beheben. Wenn der Kraftwerksbetreiber es wünscht,
können wir von Karlsruhe aus per Mausklick jedes Kraftwerk in allen
Kontinenten ferngesteuert betreiben“, erklärt Wolfgang Thiel
im Expertenzentrum.
Und wie ernähren sich die Menschen im 21. Jahrhundert? Auf starkes
Interesse stießen gestern die Vorträge bei der Bundesforschungsanstalt
für Ernährung. Dr. Bernhard Watzl, Ernährungswissenschaftler:
„So genial wie Menschen ihre High-Tech entwickeln, so genial müssten
sie sich auch ernähren.“ Obst und Gemüse seien die „Bodyguards“
der Gesundheit und spielten insofern eine wichtige Rolle.
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