Badische Neuste Nachrichten vom 22.09.2003:

Region wirbt bei den Bürgern mit ihren Stärken
Die Premiere des Regionaltags ermöglicht Blick hinter die Kulissen der heimischen Wirtschaft

Karlsruhe. International genießt die TechnologieRegion Karlsruhe als Innovations- und Hochtechnologiestandort einen guten Ruf. Doch zwischen Bruchsal und Bühl sind die Stärken der Region vielen Bürgern vielfach kein Begriff. Das muss sich ändern, dachten sich die Verantwortlichen – und riefen den Regionaltag ins Leben. Gestern hatte er Premiere. Über 60 Unternehmen sowie Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen gaben Einblick in ihre Arbeit. „Ein Riesenprogramm“, freute sich der erste Mann der TechnologieRegion und Karlsruher Oberbürgermeister Heinz Fenrich (CDU).

Das Motto des Tages („Ideen-Reich“) verfehlte seine Wirkung offenbar nicht. Nach ersten Schätzungen der Veranstalter lockte der Blick hinter die Kulissen über 20 000 Besucher. Sie folgten den Einladungen zu Experimenten, Betriebsrundgängen und Informationsgesprächen für Existenzgründer oder junge Menschen, die auf der Suche nach einer zukunftsträchtigen Ausbildungsstelle sind. Die Neuauflage des Regionaltages im nächsten Jahr ist bereits beschlossen, bestätigte Jochen Ehlgötz, im Karlsruher Rathaus unter anderem zuständig für regionale Beziehungen.

Standen in diesem Jahr Wirtschaft und Forschung im Blickpunkt, soll es am Sonntag, 26. September 2004, um den Schwerpunkt Kultur gehen. „Die Mischung auf höchstem Niveau ist unser Kapital im internationalen Wettbewerb“, schwärmte auch Fenrich bei der Eröffnung des Regionaltags in den Räumen der Firma web.de, eine der führenden Marken im Internet-Wachstumsmarkt.

„Wir müssen den Menschen bewusst machen, in welcher hervorragenden Region wir leben“, meinte der baden-württembergische Innenminister Thomas Schäuble (CDU), der die Gründung der TechnologieRegion Karlsruhe 1987 als Oberbürgermeister von Gaggenau von skeptisch verfolgt hatte, weil er damals für die Murgtalstadt keine unmittelbaren Vorteile erkennen konnte. „Typisches Kirchturmdenken“, gab sich Schäuble selbstkritisch. „Ich habe mich geirrt.“ Heute sei die TechnologieRegion ein Erfolgsmodell mit einer Spitzenstellung in Europa. Der Rat des Ministers aus Gaggenau an die Verantwortlichen der Region: Statt über Benachteiligung gegenüber dem Raum Stuttgart zu jammern und zu klagen, sollte man sich lieber noch mehr auf die eigenen Stärken besinnen. Was dem Politiker zu seinem Glück noch fehlt, entzieht sich dagegen seines Einflusses: „Ein erfolgreicher KSC.“

Bernd Kamleitner


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